Mehr Leistung allein löst die Herausforderungen moderner Rechenzentren nicht
Rechenzentren sind heute ein wichtiger Bestandteil der technologischen Infrastruktur. Insbesondere mit der rasanten Verbreitung von künstlicher Intelligenz in vielen Branchen sowie durch die Leistungsanforderungen des Cloud-Computings ist von Rechenzentren starke und verlässliche Leistung gefragt. Entsprechend ist das auch das Ziel: immer mehr Rechenleistung.
Doch die Leistung immer weiter zu steigern, ist aus verschiedenen Gründen nicht die alleinige Lösung. Zum einen, da die dafür nötige Hardware irgendwann an physische Grenzen stößt, und zum anderen, da auch das Sicherheitskonzept mitwachsen muss. Hier erfahren Sie im Detail, welche die Herausforderungen moderner Rechenzentren sind und wie Unternehmen diese bewältigen können.
Planung auf allen Ebenen
Um ein Rechenzentrum wirtschaftlich und ökologisch effizient zu betreiben und dabei auch die rechtlichen Anforderungen zu erfüllen, müssen Kriterien erfüllt werden, die sich auf ganz unterschiedliche Bereiche beziehen. Zu den Punkten, die Unternehmen beachten müssen, wenn sie ein Rechenzentrum planen, gehören unter anderem:
- Physische Sicherheit
- Digitale Sicherheit
- Energiemanagement
Physische und digitale Sicherheit
Rechenzentren sind vulnerable Einrichtungen. Es gibt eine Menge Technik, woraus zwei potenzielle Risiken erwachsen. Zum einen können Probleme wie Kabelbrände oder Probleme mit dem Stromkreis große Sachschäden anrichten. Zudem besteht die Gefahr von Vandalismus oder Diebstahl wertvoller Technikteile, die an sich schon erhebliche finanzielle Schäden anrichten können und im schlimmsten Fall den gesamten Betrieb des Rechenzentrums bedeuten.
Schutz vor Elementschäden
Je mehr Leistung in einem Rechenzentrum erzeugt wird, desto stärker muss auf den Schutz vor Elementschäden geachtet werden. Die Implementierung von Hochleistungsrechnern auf engem Raum bringt eine erhebliche Wärmeentwicklung mit sich. Damit steigt das Brandrisiko. In diesem Punkt liegt ein Zwiespalt vor.
Um Brände zu verhindern, braucht es effiziente Kühlsysteme. Das läuft in der Regel über Wasser oder spezielle Kühlflüssigkeit. Was auf der einen Seite Bränden vorbeugen oder diese sofort eindämmen kann, erfordert aber selbst Aufmerksamkeit.
Durch die Kühlsysteme wandern große Mengen Flüssigkeit in die sensiblen Serverräume. Kommt es hier zu einem Leck, kann das verheerende Folgen durch Kurzschlüsse bedeuten.
Hier zeigt sich der Zwiespalt: Einerseits müssen Brände um jeden Preis verhindert werden und andererseits dürfen die dafür genutzten Flüssigkeiten nicht selbst zur Gefahr werden. Daher wird heute mehr und mehr auf gasbasierte Brandunterdrückungssysteme gebaut, die Feuer schon bei der Entstehung im Keim ersticken, ohne die Hardware zu beschädigen.
Digitale Sicherheit
Mehr Rechenleistung bedeutet auch eine größere Menge an Daten, die verarbeitet und gespeichert werden können. Mehr Daten also, die vor digitalen Gefahren wie Cyberkriminalität oder dem Verlust aus anderen Gründen geschützt werden müssen. Je höher die Rechenleistung in einem Rechenzentrum, desto besser muss auch die Digitalstrategie sein.
Die Rechenzentren großer Unternehmen sind sensible Knotenpunkte, mit deren Funktionalität ganze Geschäftsprozesse stehen und fallen können. Diese Datenmengen manuell wirklich effizient zu überwachen und zu schützen, ist unmöglich. Diese Herausforderung wird bei modernen Rechenzentren daher mithilfe künstlicher Intelligenz bewältigt.
Eine Grundvoraussetzung, die immer gegeben sein muss, ist eine gute Verschlüsselung bei allen Datenverarbeitungsschritten. Zudem reicht es nicht, sich nur auf die KI zu verlassen. In einem modernen Rechenzentrum müssen auch die menschlichen Mitarbeiter für die heutigen Herausforderungen sensibilisiert werden, um im Ernstfall schnellstmöglich den richtigen Sicherheitsprotokollen zu folgen. Zu diesem Thema finden Sie hier einige Praxistipps für Unternehmen.
Energiemanagement
Dass die Rechenleistung moderner Rechenzentren stetig steigt, treibt auch den Energieverbrauch in die Höhe. Somit ist eine neue Herausforderung, die Energiekosten und den ökologischen Fußabdruck möglichst gering zu halten. Mittlerweile wird dabei mehr und mehr auf ein raffiniertes Konzept gesetzt: Die durch den Serverbetrieb entstehende Wärme wird als Energie in Fernwärmenetze eingespeist, sodass naheliegende Städte davon noch profitieren können. Dafür gibt es in Deutschland bereits verschiedene Beispiele. In Hattersheim hilft die sogenannte Abwärme von sieben Rechenzentren, 600 Haushalte zu heizen. Aus einer Herausforderung wird so eine Chance, um die entstehende Wärme effizient und hilfreich einzusetzen.